Anna Maria Olivari: Vertonungen von Thomas Manns Werk am Beispiel von "Mario und der Zauberer"

26.02.2015

Vortrag im Haus der Universität


Donnerstag, 26. Februar 2015, 19.30 Uhr, Haus der Universität (Schadowplatz 14). Der Eintritt kostet 5,- Euro, ermäßigt für Studierende und Schüler 3,- Euro, nur Abendkasse. Für Mitglieder unserer Gesellschaft ist der Eintritt frei. Moderation: Frank Weiher

Es ist erstaunlich, dass so wenig Literatur über die Vertonungen der Werke eines Autors existiert, dessen Produktion von Anspielungen auf Komponisten und Kompositionen sowie von Fragen nach der Zukunft der Musik in außerordentlichem Maße geprägt ist. Dabei war und ist die Wirkung von Thomas Manns Werk auf die Komponisten bis in die Gegenwart sehr groß. Dies zeigt sich an zahlreichen Musikstücken, die fast ausschließlich nach dem Jahr 1945 komponiert wurden. Selbstverständlich sind die meisten Reaktionen vom 'kontroversen' Roman Doktor Faustus inspiriert. Dennoch lässt sich auch die Novelle Mario und der Zauberer mit Erfolg inszenieren, wie die vielen ihr gewidmeten Vertonungen zeigen.

Mario und der Zauberer eignet sich vor allem für die Oper und das Ballett. Diese zwei Musikformen entsprechen der Figur des autoritären Cipolla, der mittels seiner Zauberkunst „sein Publikum tanzen lassen konnte“. Daneben setzen sich die Vertonungen auch mit der politischen Symbolik der Novelle auseinander und versuchen, durch das Medium der Musik, die verführerische Potenz der faschistischen Propaganda auf der Bühne zu realisieren.

In ihrem Vortrag möchte Anna Olivari drei weitestgehend unbekannte Werke präsentieren: Siegfried Matthus' Tanzszene Mario und der Zauberer (1975), János Vajdas Oper Mario és a varázsló (1980-85) und Stephen Olivers Oper Mario e il Mago (1988). Im Zentrum ihrer Analyse, steht hierbei die Frage, wie der Transfer von der literarischen Quelle in die Musik stattfindet.

Anna Maria Olivari studierte Germanistik und Anglistik an der Università Cattolica del Sacro Cuore in Mailand und an der Universität Stuttgart, sowie Violine am Conservatorio di Musica „Giuseppe Verdi“ in Mailand. Sie promoviert derzeit an der Freien Universität zu Berlin bei Prof. Dr.  Claudia Albert über die Vertonungen von Thomas Manns Doktor Faustus. Sie ist Promotionsstipendiatin bei der FAZIT-Stiftung. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Thomas Mann, Literatur des 20. Jahrhunderts, Intermedialität (Literatur- Musik), Neue Musik.