Astrid Schenka M. A. (Berlin): Thomas Mann im Kino: "Le Mirage" – Themenabend zu Jean-Claude Guiguets Filmadaption der Novelle "Die Betrogene" von Thomas Mann

31.10.2013

Vortrag - Film - Diskussion / Moderation Dr. des. Sebastian Hansen


*** 60 Jahre Die Betrogene ***

Donnerstag, 31. Oktober 2013, Beginn: 19.00 Uhr, Black Box im Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf. Der Eintritt kostet 7,- Euro, ermäßigt für Mitglieder unserer Gesellschaft 4,- Euro. 

"Der Film Le Mirage ist eine Art Reflektion über die tödliche Bedrohung des Begehrens in der Liebe geworden." (Jean-Claude Guiguet)

Bereits zu Beginn der 1980er Jahre interessierte sich der französische Regisseur Jean-Claude Guiguet, Mitglied des um Paul Vecchiali gruppierten Filmemacher-Kollektivs Diagonale, für eine filmische Adaption von Thomas Manns "skandalöse[r] Parabel" (Adorno 1954), um dem eigentümlichen Phänomen des Anscheins verstärkter Vitalität kurz vor dem Tod auf den Grund zu gehen. Als er sich mehr als zehn Jahre später schließlich dem Stoff zuwenden konnte, lieferten die dramatischen Entwicklungen um die aufkommende Gefahr des HI-Virus in den 80er Jahren einen neuen und zusätzlichen Blick auf den Stoff. Laut Guiguet kreist seine Adaption um die drei großen Themenfelder Krankheit, Liebe und Tod – und darum, wie letzterer mitunter als "Gesicht der Liebe" getarnt in Erscheinung tritt. Der dem Film vorangestellte Vortrag wird eine kurze Einführung in das Werk des in Deutschland weitestgehend unbekannten Filmemachers geben und dem Leitmotiv vom Verfall des Zaubers, das im Film auf mehreren Ebenen thematisiert wird, nachgehen. Im Anschluss wird es im Rahmen einer Diskussion die Möglichkeit zum Gespräch geben.

Der Film wird im französischen Originalton mit deutschem Untertitel gezeigt. 

Astrid Schenka ist Theaterwissenschaftlerin und Dramaturgin. Nach einem Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und Anglistik in Bochum und Wien und mehreren Arbeitsaufenthalten im Ausland arbeitete sie u.a. an der FU Berlin, bei spielzeit’europa|Berliner Festspiele und für die Kulturstiftung des Bundes. Ihre Arbeitsschwerpunkte bewegen sich zwischen Theorie und Praxis und liegen u.a. in der internationalen Theater- und Tanzszene, der zeitgenössischen Dramatik, dem Figuren- und Marionettentheater sowie in der Rezeptionsästhetik.