Iuditha Balint (Mannheim): Frauen, Künstler, Unternehmer. Arbeit und Arbeitsethos in Thomas Manns "Buddenbrooks"

23.05.2013

Moderation: Peter Klingel


Donnerstag, 23.05.2013, Beginn: 18.15 Uhr, Vortragsraum der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. Der Eintritt kostet 5,- Euro, ermäßigt für Studierende und Schüler 3,- Euro, nur Abendkasse. Für Mitglieder unserer Gesellschaft ist der Eintritt frei.

Nicht selten enthalten die Erstbeschreibungen von Romanfiguren in Thomas Manns Buddenbrooks Auskünfte über ihren Beruf und nicht seltener verrät der Habitus der Figuren stereotypische Berufseigenschaften. Werden diese ersten, scheinbar nebensächlichen Hinweise auf die Relevanz der Kategorie 'Arbeit' und auf die starke Identifikation der Figuren mit ihrer Arbeit interpretatorisch ernst genommen, so drängen sich folgende Fragen auf: Welche Funktion kommt der Kategorie 'Arbeit' im Roman genau zu? Wie wird im Roman 'Arbeit' verstanden, was weiß dieses literarische Werk also über den Wandel der Arbeit und der Arbeitswelt? Und nicht zuletzt: Wie wirkt sich das Arbeitsethos der Figuren auf ihr Selbstverständnis aus (und umgekehrt)? Diesen Fragen geht die Literaturwissenschaftlerin Iuditha Balint in ihrem Vortrag nach. Dabei beleuchtet sie sowohl die in der Forschung oft berücksichtigten Aspekte kaufmännischer Arbeit als auch die Arbeit und das Arbeitsethos derjenigen Figuren, die – im eigentlichen Sinn bzw. prima facie – nicht arbeiten.

Iuditha Balint, M.A. studierte Philosophie und Germanistik an der Universität Mannheim. Für ihre Magisterarbeit über Schillers Theorie des Erhabenen erhielt sie den Artes Liberales Preis. Mit ihrer Dissertation über den Zusammenhang von Arbeit und Identität in der Gegenwartsliteratur war sie Stipendiatin der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg. Seit August 2012 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur und qualitative Medienanalyse an der Universität Mannheim.
Forschungsschwerpunkte: Literatur der Arbeitswelt, Literarische Ökonomik, Literarische Anthropologie, Identitätstheorien, Literatur der Aufklärung, der Romantik und der Gegenwart.