Miriam Albracht (Düsseldorf): Sprache und Gnade in Thomas Manns Roman "Der Erwählte"

21.03.2013

Moderation: Frank Weiher


Donnerstag, 21.03.2013, Beginn: 18.15 Uhr, Vortragsraum der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. Der Eintritt kostet 5,- Euro, ermäßigt für Studierende und Schüler 3,- Euro, nur Abendkasse. Für Mitglieder unserer Gesellschaft ist der Eintritt frei.

"Aber klug ist es freilich, im Sünder den Erwählten zu ahnen, und klug ist das auch für den Sünder selbst. Denn würdigen mag ihn die Ahnung seiner Erwähltheit und ihm die Sündhaftigkeit fruchtbar machen, so daß sie ihn zu hohen Flügen trägt", heißt es einem Fazit gleich in Thomas Manns Roman Der Erwählte (1951), den der Autor im kalifornischen Exil verfasste. Der Roman erzählt die Legende vom "guten Sünder" Gregorius, der nach Verfehlung und Buße die größtmögliche Gnade erfährt und zum Stellvertreter Gottes auf Erden erhöht wird. Doch wie ist diese Gnade zu deuten? Und in welchem Verhältnis steht sie zu seinem "Makel", seiner inzestuösen Herkunft? Der Vortrag will diesen Fragen nachgehen und dabei besonders die Rolle der Sprache in den Blick nehmen, die sich zugleich als Voraussetzung und Erfüllung der Gnade erweisen wird. 

Miriam Albracht. Studium der Germanistik und Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Stipendiatin bei der Stiftung Wissenschaft und Bildung mit dem Promotionsvorhaben: "Zur Kritik der Gewalt in Thomas Manns Roman Joseph und seine Brüder und der Erzählung Das Gesetz. Eine kulturkritische-intertextuelle Untersuchung". Vorträge und Publikationen zu Thomas Mann. Forschungsschwerpunkte: Thomas Mann, Literatur im 20. Jahrhundert, Bibel und Literatur, Kultur und Gewalt, Mythos.