PD Dr. Julia Schöll (Bamberg): Zuhandene Dinge. Kulturelle Materialität in Thomas Manns 'Joseph'-Romanen

17.05.2018

Vortrag im Haus der Universität


Donnerstag, 17. Mai, 19.30 Uhr, Haus der Universität, Raum 4a/4b im 3. Obergeschoss.
Der Eintritt kostet 7,- Euro, ermäßigt für Studierende und Schüler 5,- Euro, nur Abendkasse. Für Mitglieder unserer Gesellschaft ist der Eintritt frei. 
Moderation: Miriam Albracht

Zuhandene Dinge. Kulturelle Materialität in Thomas Manns Joseph-Romanen
Thomas Manns Joseph und seine Brüder ist nicht nur ein Roman über die alttestamentarische Josephsgeschichte, sondern auch ein Roman über das Erzählen. Unablässig werden hier Geschichten übereinandergeschichtet - ein Vorgang, der hier durchaus auch materielle Qualität gewinnt. Diese Materialität von Texten rückte in den vergangenen Jahren mehr und mehr in den Fokus der Literaturwissenschaft. In meinem Vortrag möchte ich dieser Materialität des Erzählens anhand ausgewählter Objekte nachgehen, die im Roman narrativ inszeniert werden: anhand der Behausungen und Räume, die das Nomadenleben der Israeliten oder das höfische Leben Ägyptens prägen, und anhand der Textilien und Kleider, welche die Identität der Figuren nicht nur spiegeln, sondern diese entscheidend mit konstituieren. Mit dem Fokus auf die Dinge gewinnt die Lektüre des vierbändigen Romanwerks eine neue Dimension.

Julia Schöll. Studium der Germanistik/Neueren deutschen Literaturwissenschaft, Psychologie, Neueren und neuesten Geschichte an den Universitäten Bamberg, Frankfurt/Main und Paris IV/Sorbonne. 2003 Promotion zum Thema "Joseph im Exil. Zur Identitätskonstruktion in Thomas Manns Exil-Tagebüchern und -Briefen sowie im Roman Joseph und seine Brüder".
Im Anschluss Projektmitarbeiterin der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe (GKFA) der Werke, Briefe und Tagebücher Thomas Manns im S. Fischer Verlag. 2006 Preis für gute Lehre des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst (für das Jahr 2005), 2007/2008 Research Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung (Feodor Lynen-Stipendium) an der University of California Irvine, USA. 2008/2009 Research Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Universität Basel. 2011 Habilitation und Erteilung der Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Neuere deutsche Literaturwissenschaft“. Verleihung des Habilitationspreises der Otto-Friedrich-­Universität Bamberg. Seit 2013 Akademische Oberrätin a.Z. am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft der Universität Bamberg. Im vergangenen Semester hat Julia Schöll zudem die Professur von Bernd Stiegler an der Universität Konstanz vertreten.