Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Volkmar Hansen: Luther und der deutsche Geist

19.10.2017

Eröffnungsvortrag zur Ausstellung "Thomas Mann und Luther"


Donnerstag, 19.10.2017, 18.00 Uhr, Vortragsraum der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Thomas Mann und Luther

Ausstellung im Foyer der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf 19.10.2017 - 12.01.2018

Kurator: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Volkmar Hansen

In einer Zeit der Dominanz von Friedrich Nietzsches Weltbild des Nihilismus eröffnet Thomas Mann mit der Konfirmationsfrage "Was ist das?" seinen ersten Roman "Buddenbrooks", der auch sein protestantisches Herkommen in Lübeck spiegelt. Stationen seiner Auseinandersetzung mit dem Religiösen sind das Stück über den Vor-Reformator Savonarola, die Trilogie der Moses-Erzählung "Das Gesetz", des Sündenfalls im Deutschland-Roman "Doktor Faustus", des Gnadenromans "Der Erwählte" sowie der Werkplan "Luthers Hochzeit". Auch in seinen Essays nimmt Thomas Mann immer wieder auf Luther Bezug. Im Jahr 1918 erwirbt er voller Begeisterung die Luther-Skulptur des Bildhauers Hans Schwegerle für seinen Schreibtisch. In seinem Essay "Deutschland und die Deutschen" aus dem Jahr 1945 formulierte er dagegen deutliche Distanz: "Ich liebe ihn nicht". Wie kommt Thomas Mann zu solchen Widersprüchen in der Beurteilung Luthers? In der Ausstellung werden die unterschiedlichen Positionen, die Thomas Mann im Laufe seines Lebens zu Luther einnimmt, anhand von Erst- und bibliophilen Ausgaben, Briefen, Fotos und Zeugnissen der lebendigen zeitgenössischen Debatten verdeutlicht. Zu sehen sein wird außerdem eine Nachbildung der Moses-Statue des Michelangelo.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Universitäts- und Landesbibliothek und der Thomas-Mann-Gesellschaft Düsseldorf e. V.