Dr. Tim Lörke (Berlin): Der Romantiker Thomas Mann? Überlegungen zur Modernität

13.10.2016

Vortrag im Haus der Universität


Donnerstag, 13. Oktober, 19:30, Haus der Universität (Schadowplatz 14). 
Der Eintritt kostet 7,- Euro, ermäßigt für Studierende und Schüler 5,- Euro, nur Abendkasse. Für Mitglieder unserer Gesellschaft ist der Eintritt frei. 
Moderation: Frank Weiher

In der Germanistik ist der literaturgeschichtliche Platz Thomas Manns noch immer umstritten. Während die einen in Thomas Mann einen späten Nachfolger des bürgerlichen Realismus sehen, der nur an längst überholte ästhetische Strategien und Schreibweisen anschließt, betonen die anderen unermüdlich Thomas Manns unbezweifelbare Zugehörigkeit zur ästhetischen Moderne. Im Ausland wird diese Debatte übrigens nicht geführt; hier zählt Mann neben Proust und Joyce zu den herausragenden innovativen Dichtern.

Der Vortrag wird engagiert für den modernen Thomas Mann plädieren. Es ist freilich eine besondere Modernität, die Thomas Manns Texte und ihre formalen Verfahren steuert. Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, wie stark Mann an Schreibweisen und ideelle Problemstellungen der Frühromantik anknüpft, um demokratische Romane zu verfassen. Manns Modernität zeigt sich in seinem Wahrheitspluralismus, der trotzdem um Verbindlichkeiten ringt. Das soll insbesondere am Doktor Faustus gezeigt werden, der Romantik und Moderne miteinander verbindet.

Dr. Tim Lörke studierte Germanistik und Anglistik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und an der University of Warwick, UK. Tim Lörke ist Beisitzer im Präsidium der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft und war langjähriger Sprecher des Kreises junger Thomas Mann-Forscher der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft. Zudem ist er Beisitzer im Präsidium der Internationalen Faust-Gesellschaft e.V. Knittlingen und Mitherausgeber des Faust-Jahrbuchs.

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