Prof. Dr. Jochen Hörisch (Mannheim): Die unsichtbare, die öffentliche und die private Hand - Schuldentilgung in Thomas Manns Roman "Königliche Hoheit"

14.02.2013

Moderation: Miriam Albracht


Donnerstag, 14.02.2013, Beginn: 18.15 Uhr, Goethe-Museum Düsseldorf. Der Eintritt kostet 5,- Euro, ermäßigt für Studierende und Schüler 3,- Euro, nur Abendkasse. Für Mitglieder unserer Gesellschaft ist der Eintritt frei.

Thomas Manns zweiter, bis heute im Schatten der Buddenbrooks stehender Roman Königliche Hoheit spielt virtuos mit Wendungen um das Wort 'Hand'. Und er macht bei aller Verspieltheit einen seriösen Vorschlag, wie das Verhältnis von öffentlicher Hand (Staatsschulden) und privater Hand (Vermögen) zu justieren sei. Man sagt das häufig, aber hier stimmt es einmal uneingeschränkt: der Roman ist 100 Jahre nach seinem Erscheinen in Zeiten drohender Staatspleiten von frappanter Aktualität.

Jochen Hörisch. Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte in Düsseldorf, Paris und Heidelberg. Nach der Promotion 1976-88 Assistent bzw. nach der Habilitation (1982) Privatdozent und Professor (C 2) an der Universität Düsseldorf. Seit 1988 Ordinarius für Neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim. Ruf an die University of Virginia in Charlottesville (USA) im Jahr 2000 und Ruf auf den Lehrstuhl "Medientheorien" an der HU Berlin abgelehnt (2002). Längere Gastprofessuren 1986 an der Universität Klagenfurt, 1993 am CIPH und der ENS in Paris, 1996 in Charlottesville (USA/Virginia), 1999 in Princeton (USA), 2002 in Bloomington (USA/Indiana), Kurzzeitdozenturen 2003 in Buenos Aires, 2006 an der EPHE in Paris, 2007 an der Marmara Universität in Istanbul. Vortragstätigkeit im Ausland. Rundfunk- und Fernsehsendungen zu kultur- und medienanalytischen Themen.

Mitglied der europäischen Akademie für Wissenschaften und Künste in Salzburg, der Freien Akademie der Künste in Mannheim und der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Preise: Heynen-Preis der Stadt Düsseldorf 1988; Reimers-Preis der Aby-Warburg Stiftung Hamburg 1999, zweijähriges Stipendium der VW-Stiftung „Pro Geisteswissenschaften / Opus magnum“; Fellow im Forschungsprojekt des Zentrums für Religion, Wirtschaft, Politik (ZRWP - Collegium Helveticum) in Basel über „Ökonomie und Religion“ (2010/2011).

Publikationen (Auswahl).: Die fröhliche Wissenschaft der Poesie (1976); Materialien zur Sprachlosigkeit des Kaspar Hauser. (1979); Gott, Geld und Glück (1983); Das Tier, das es nicht gibt (1986); Die Wut des Verstehens - Zur Kritik der Hermeneutik. (1988); Die andere Goethezeit. (1992); Brot und Wein - Die Poesie des Abendmahls. Ffm (1992); Kopf oder Zahl - Die Poesie des Geldes. (1996); Das Ende der Vorstellung – Die Poesie der Medien. (1999); Der Sinn und die Sinne - Eine Geschichte der Medien. (2001); Es gibt (k)ein richtiges Leben im falschen (2003); Gott, Geld, Medien (2004); Theorie-Apotheke – Eine Handreichung zu den humanwissenschaftlichen Theorien der letzten fünfzig Jahre, einschließlich ihrer Risiken und Nebenwirkungen (2004); Die ungeliebte Universität – Rettet die Alma mater (2006); Das Wissen der Literatur. (2007); Vorletzte Fragen (2007). Bedeutsamkeit – Über den Zusammenhang von Sinn, Zeit und Medien. (2009); Der Takt der Neuzeit – Die Schwellenjahre der Geschichte (2009); Tauschen, Sprechen, Begehren – Eine Kritik der unreinen Vernunft (2011).

Videoaufzeichnung des Vortrags